In unserem Blogartikel „5 Gründe, warum Startups eine  Go-to-Market-Strategie brauchen“ haben wir aufgeführt, welche Gründe am häufigsten zum Scheitern von Startups führen. Spitzenreiter war die mangelnde Nachfrage für das Produkt am Markt. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist es, nicht nur als Startup, sinnvoll, im Vorfeld herauszufinden, welches Produkt bislang am Markt fehlt. Solche Produkte nennt man Nischenprodukte.

Was sind Nischenprodukte

Nischenprodukte füllen Marktnischen aus. Hierbei müssen zwei Arten von Nischen unterschieden werden. Die erste wird Marktlücke genannt und bezeichnet als manifeste Nische eine existente oder potentielle Nachfrage, die (noch) nicht bedient wird. Einfacher ausgedrückt: Ihr Produkt gibt es noch nicht, aber es gibt potentielle Käufer, da es einen Nutzen hat.

Die zweite Marktnische ist eine latente Nische. Hier wird die existente Nachfrage vom Markt zwar bedient, das jedoch auf die ein oder andere Weise nur unzureichend. Die unterschiedlichen Betriebssysteme von Apple und Microsoft sind hierfür ein Beispiel, ebenso wie die verschiedenen Linux-Distributionen. Je nach dem vorgesehenen Einsatzzweck bieten diese unterschiedliche Eigenschaften, die am Nutzen des Kunden ausgerichtet sind.

Vorteile von Nischenprodukten

Nischenprodukte bieten sowohl Anbietern als auch Kunden klare Vorteile: Auf Kundenseite liegt der Vorteil darin, dass aufwendige Work-Arounds vermieden werden können und das Produkt genau den vorhandenen Bedarf abdeckt. Um eine weitere Produktkategorie als Beispiel anzuführen: Der Markt für Content Management Systeme bietet ebenfalls eine Fülle von Möglichkeiten.

Aber was für den einen Kunden ausreicht, lässt beim anderen Kunden eine Menge Wünsche offen. Ein Modehändler ohne Online-Shop und Versandgeschäft kommt mit vergleichsweise wenigen Funktionen aus und wird sich eher für eine Open Source Lösung wie Typo3, Wordpress oder Contao entscheiden. Ein Unternehmer, der Inbound Marketing in seine digitale Marketingstrategie ein integriert hat, wird sich eher für spezialisierte Software wie HubSpot oder Marketo entscheiden, da er hier weit mehr Analysetools zur Verfügung hat, E-Mail-Marketing und CRM auf einer Oberfläche abgebildet bekommt und schlicht mehr braucht als eine Visitenkarte im Netz.

Nachteile von Nischenprodukten

Neben ihren Vorteilen haben Nischenprodukte auch Nachteile. Und so ist ihr größter Vorteil, nämlich an spezielle Bedürfnisse angepasst zu sein, auch ihr größter Nachteil: Hochspezialisierte Lösungen sind nicht beliebig anpassbar und decken eben nur ein spezielles Segment des Marktes ab. Wer sich zum Beispiel auf die Entwicklung von Symbian OS Apps spezialisiert hatte, konnte diese ab Januar 2014 nicht mehr in den Shop einstellen. Der einstige Marktführer hatte sich innerhalb weniger Jahre zu einem Nischenmarkt entwickelt, um schließlich ganz von der Bildfläche zu verschwinden.

Um Vorteile nutzen und Nachteile vermeiden zu können, bedarf es einer Marktbedarfsanalyse. Diese identifiziert erfolgversprechende Marktsegmente und kann im optimalen Fall die Entwicklung des betreffenden Marktsegments in die strategische Ausrichtung aufnehmen. So können verspätete Anpassungen vermieden werden. Oft ist hierfür die Unterstützung spezialisierter Berater wie die der divia GmbH hilfreich. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:

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Philipp von Schmeling

Über den Autor

Philipp von Schmeling schreibt im divia Blog zu Marketingthemen im IT- und B2B-Kontext. Sein aktueller Schwerpunkt liegt dabei auf der Inbound Marketing Methodik und Marketing Trends.