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HANNOVER MESSE 2019 – wie KI Sinneswahrnehmungen unterstützen und imitieren kann

Geschrieben von Diana Amendt | 9. April 2019

„All eyes on“ HANNOVER MESSE 2019! Nicht nur, weil es das Jahr nach dem Cebit-Aus ist. Viel mehr sticht die weltgrößte Industriemesse in diesem Jahr damit hervor, dass neue Digitalisierung-Trends, Einzug gefunden haben. Die Trendthemen waren KI, 5G, Cobots, Leichtbau und Plattformökonomie.

Unsere divia-Consultants sind HMI-Stammgäste. Angesichts der aktuellen Umstände haben wir jedoch in diesem Jahr die Messe aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet und die Market-Intelligence-Brille aufgezogen. Wir ziehen ein Fazit und stellen Ihnen in einem kurzen Video unsere Messe-Highlights vor.

Keine Utopie - Mensch und Maschine müssen kollaborieren

Die HANNOVER MESSE steht für die digitale Transformation der Industrie. Das Motto der HMI 2013, "Integrated Industry", wurde in den kommenden Jahren immer wieder mit neuen Schwerpunkten in Szene gesetzt. Dieses Jahr hieß das Motto: "Integrated Industry - Industrial Intelligence". "Industrial Intelligence" steht dabei für die Verbindung von KI und Robotik, beide längst integrale Bestandteile moderner Industrien. Doch während es in der Vergangenheit vor allem um die Optimierung von Produktionsprozessen ging, steht im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz die Vernetzung von Mensch und Maschine im Zentrum der Entwicklung. In zahlreichen Gesprächen stellen wir fest, dass das Leitthema nicht nur in der Industrie Anwendung findet. Das Dreiecksszenario KI, Mensch und Robotik findet sich branchenübergreifend wieder. Basis hierfür ist die wachsende Datenmenge, die unter dem Schlagwort "Big Data" im Zeitalter des Internets und der Digitalisierung in sämtlichen Arbeitsfeldern von Umweltökologie bis Marketing zunimmt. Die Kernaufgabe: diese Daten mithilfe von KI-Algorithmen und der Schnittstelle Mensch verfügbar und vor allem brauchbar zu machen.

Partnerland war dieses Jahr übrigens Schweden und legt mit seiner Innovationskraft die Messlatte hoch. Wie Digitalisierung gelingt und Schweden als Vorbild dient erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Die Stimmung nach dem Cebit-Aus

Festival-Stimmung, ein Riesenrad und musikalische Untermalung auf der Konzertbühne. So sah die Neupositionierung der Cebit 2018 aus. Nach dem Aus der Cebit hoffen viele Unternehmen, in der HMI die neue IT-Leitmesse zu finden. Doch die HMI ist und bleibt kein Ersatz, denn die Ansprüche sowie das Publikum der Cebit finden sich nicht in der HMI wieder. Der Ton und die Stimmung sind grundsätzlich ernster. Keine Studenten-Truppen, sondern Business-Talk und -Outfit. Messesprecher Onuora Ogbukagu meint im Gespräch mit NDR.de. "Ihre Besucher sind vor allem Entscheider aus der Industrie, die ihre Produktion digitalisieren und modernisieren wollen."

Wie KI Sinneswahrnehmungen unterstützen und imitieren kann

Gerüche digital erfassen, mit KI Sprachbarrieren überwinden, Hintergrundgeräusche ausblenden, Daten mit VR visualisieren und Roboter, die vor Freude tanzen - wir haben unsere HANNOVER MESSE-Highlights in einem kurzen Video zusammengefasst:

 

  • Gerüche digital erfassen – die elektronische Nase KAMINA
    Geruchsanalytik wird bislang nur in sehr spezifischen Bereichen angewandt, denn bislang gibt es auf dem Markt keine günstige und effiziente Technologie. Dabei warten durchaus viele Anwendungsszenarien auf den Einsatz: Kabelbrand- oder Giftstofferkennung, intelligente Brandmeldung, Lebensmittelkontrollen oder als Applikation im Smartphone. Die nur wenige Zentimeter große E-Nase, entwickelt vom KIT, eröffnet neue Spielräume für Forschung, Industrie bis hin zum normalen Alltag und Haushalt.
  • Sprachbarrieren überwinden – selbstlernende Simultanübersetzung
    Ebenfalls vom KIT entwickelt: eine selbstlernende Simultanübersetzungssoftware, die eine effiziente und transparente Kommunikation, in Business, Politik und Bildung ermöglichen soll. Wir haben sie am KIT-Stand getestet. Unser Urteil: Beeindruckend. Die Software arbeitet beeindruckend schnell und - trotz der Messelautstärke - genau. Die Software lernt übrigens in den Hörsälen des KIT täglich dazu und durfte auch im Europäischen Parlament bereits ihr Vokabular erweitern.
  • Umgebungsgeräusche ausblenden lassen – problemlos im Auto kommunizieren
    Die Gründer von sonoware haben sich auf KI-basierte Lösungen zur Sprach- und Audiosignalverarbeitung spezialisiert. Wir haben uns an dem Gemeinschaftsstand der Uni Kiel mit Stephan Senkbeil, einem der vier Gründer, ausgetauscht und haben uns einige Technologien demonstrieren lassen. Detektion akustischer Ereignisse, Defektfrüherkennung und In-Car-Communication. Letzteres ist als kurzer Ausschnitt im Video zu sehen.
  • Datenfluten mit VR visualisieren – Datenreihen als erlebbare Körper betrachten
    FlaVR hat unser Market-Intelligence-Herz höher schlagen lassen. Dieses Produkt ermöglicht es, unüberschaubare Datenmengen in einer virtuellen Realität zu betrachten. Der klare Vorteil liegt darin, dass diese Darstellung wertvolle und bisher unerkannte Zusammenhänge sichtbar machen kann.
  • Roboter mit sanfter Berührung – Höchstmaß an Flexibilität und Präzision in der Produktion
    Wie bereits im letzten Jahr bot Omron eine anschauliche Präsentation einer flexiblen Produktionslinie. Besucher konnten den gesamten Produktionsprozess verfolgen, von der Auftragseingabe, über Montage, Inspektion, bis hin zur Lieferung. Zu sehen waren Roboter mit Tastsinn, 3D-Kameras welche Positionen präzise erkennen und eine KI, die durch wiederkehrende Prozesse dazulernt. Das Highlight am Stand: Der Tischtennisroboter. In ihm vereinen sich alle Omron-Technologien und versinnbildlichen die Harmonie von Mensch und Maschine.
  • Chatten mit einem Bot – Kundenzufriedenheit auf einem neuen Maßstab
    Unser persönliches Highlight war die Live-Demonstration des Chatbots von ENGINEERING. Spannende Einblicke in den Chatbot und technische, aber auch kritische Denkanstöße aus einem Interview mit dem Entwickler, bekommen Sie in dem Blogartikel "Und täglich grüßt der Chatbot - Wie KI die kundenzentrierte Kommunikation revolutioniert".

Unser Schlussfazit: Die HANNOVER MESSE bleibt die Innovations-Plattform für Entwicklung und Messung der Digitalisierung in der Industrie und unserer Meinung nach auch branchenübergreifend. Das Dreiecksszenario KI, Mensch und Robotik bedarf einer harmonischen Annäherung und Kooperation im weiten und engen Sinne. Zwischen Branchen, sowie zwischen Menschen und Maschine.