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Nie mehr entladene Handys: Energie aus Banane, Apfel & Co.

Geschrieben von Dr. Martin Reti | 1. April 2015

Wenn man US-amerikanischen Forschern glauben darf, sind entladene Handys Geschichte. Sie haben eine revolutionäre Technologie entwickelt, mithilfe der aus Essensresten Energie erzeugt werden kann. Die gewonnene Energie kann über einen regulären Mini-USB-Anschluss für das Handy verfügbar gemacht werden, berichtet mashable.

Erneuerbare Energie für unterwegs

Etwa 100 Mio. Tonnen Bananen werden Jahr für Jahr auf der Welt geerntet. Davon finden etwa 1,3 Mio. Tonnen ihren Weg nach Deutschland. Damit ist die Banane die zweitbeliebteste Frucht der Deutschen, nach dem Apfel. Unbestritten ist der Wert von Obst als Hungerstopper für zwischendurch – auch und gerade auf Reisen. Doch nach dem Verzehr stellt sich die Frage: Wohin mit den Überresten? Und zwar nicht nur in Deutschland. Eine US-amerikanische Forschergruppe um Prof. Jennifer Parker hat die perfekte Lösung gegen stinkende Bahnmülleimer und Plastiktüten mit gammelnden Speiseresten nun gefunden.

Dem Forscherteam aus dem kalifornischen Hill Valley ist die Entwicklung eines tragbaren Energie-Recyclers gelungen, der aus organischen Abfällen wie beispielsweise Apfelhäusern und Bananenschalen Energie erzeugt. Mittels eines USB-Anschlusses kann die gewonnene Energie u.a. zum Laden von Smartphones genutzt werden.

Schon fast am Ende

Die Geschichte der Brown Labs liest sich wie ein modernes Märchen. "Wir standen kurz vor dem Durchbruch", berichtet Parker, "als uns die Forschungsgelder ausgingen". In diesem Moment wurde Google auf die Forschungseinrichtung aufmerksam und stellte frisches Venture-Kapital bereit. Im Gegenzug sicherten sich die Strategen aus Mountain View die Rechte an der Technologie. Seither arbeiten die Brown Labs als Einheit von Google X.

Die Rechnung scheint für Google aufzugehen. Nachdem das self driving GoogleCar seine Tauglichkeit im Straßenverkehr bewiesen hat, suchten die Forscher in Mountain View nach einer nachhaltigen, umweltfreundlichen und vor allem innovativen Lösung für den Antrieb. "Google wurde auf unsere Energie-Forschungen aufmerksam und erkannte sofort das Potenzial für das autonome Auto", erläutert Dr. Biff Tannen, der Leiter der Brown Labs.

Zwei Versionen des Mr. Fusion


Die ursprüngliche Pkw-Version des Mr. Fusion, V 1.0

Die neueste Variante des Mr. Fusion genannten Antriebs entspricht einer Miniaturisierung des Originals. Entsprechend niedrig ist die Leistungsfähigkeit. Allerdings eröffnet die Reduktion des Gewichts nun die Möglichkeit, die Technologie auch außerhalb von Autos zu vermarkten. "Die erzielten Energievolumina und Energie-Bereitstellungszeiten reichen vollkommen aus, um handelsübliche Smartphones zu laden. Benötigt wird dabei das Äquivalent einer Bananenschale. Der Pferdefuß: Der Mr. Fusion benötigt für seine Funktionalität nach etwa zehn Umwandlungsvorgängen eine frische Füllung mit dem aufwändig herzustellenden und entsprechend teuren (5R)-5-[(1S)-1,2-Dihydroxyethyl]-3,4-dihydroxy-5-hydrofuran-2-on.

"Aktuell arbeiten wir daran, die Chemikalie durch eine kostengünstigere Alternative zu ersetzen und die IT innerhalb des Reaktors weiter zu entwickeln. Von Google haben wir dafür entscheidende Anstöße bekommen", so Dr. Emmett DeLorean der Leiter des Konstruktionsabteilung.

Produktvorstellung im Oktober

Am 21. Oktober sollen die ersten Reaktoren in zwei Versionen auf dem Markt kommen. Astro Teller, der Leiter von Google X, wird sie gemeinsam mit den Wissenschaftlern um Parker als "Moonshot"-Projekt Journalisten in Mountain View präsentieren. Neben den Versionen 1.0 und 1.0 light für Autos und Privatnutzer soll in den nächsten Monaten auch eine leistungsfähigere Variante entwickelt werden, die den Einsatz in Einfamilienhäusern ermöglicht.

Wer Interesse an dem Mr. Fusion hat, kann sich auf folgender Webseite für den 21. Oktober vormerken lassen. Laut Aussagen des Instituts soll der Verkaufspreis für die transportable Version zwischen 100 und 200 US Dollar liegen – enthalten ist dabei lediglich eine Startfüllung für zehn Recyclingvorgänge. Und ein Kilo Bananen.