Das neue Facebook Ranking von divia betrachtet die Facebook-Seiten der in Deutschland tätigen ICT-Dienstleister!

Wir haben uns die Facebookseiten der in Deutschland tätigen ICT-Dienstleister mal etwas genauer angeschaut. Wobei wir natürlich nur eine Auswahl der Dienstleister hier abbilden können. Wie schon bei unserem vorherigen Ranking haben wir die Seiten auch dieses Mal nach den fünf Kriterien Anzahl Likes, Interaktion, Design, Inhalt und Publikationsrate bewertet.

Betrachtet man die Facebook Auftritte, so ist es offensichtlich, dass sich hier im Volumen und der Qualität eine riesige Lücke zu den im letzten Ranking betrachteten Fußballvereinen aus der Championsleague besteht. Würde man versuchen diese zu vergleichen, so könnte man den meisten ICT Dienstleistern wohl maximal Bezirksklasse attestieren. Das wäre allerdings wenig sinnvoll, sozusagen der vielzitierte Äpfel und Birnen Vergleich. ICT Dienstleister bewegen sich nämlich im Grunde ausschließlich im Bereich Business-to-Business. Fußballvereine hingegen haben mit ihren Fans ein breites Publikum, das viel eher bereit ist, seine Sympathien auch im Netz zu bekunden. Das erklärt auch die deutlich geringere Anzahl an Likes.

Masse alleine bringt nichts

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das der ICT Dienstleister mit den meisten direkten Consumer-Kontakten (HP verkauft ja schließlich auch Drucker, Tablets und Co.) die meisten Likes gesammelt hat. Die Anzahl der Likes alleine ist jedoch nur wenig ausschlaggebend. Diese Kennzahl lässt sich im Zweifel schnell durch ein Gewinnspiel o.ä. in die Höhe treiben. Viel relevanter ist die Qualität der Inhalte und die Einbindung der Fans. Doch gerade hier dürfte die Qualität des Auftrittes, der Informationsaufbereitung und besonders auch die der Interaktion eigentlich ein höheres Niveau haben, da Business-Kunden besonders hieran in der Regel höhere Ansprüche formulieren als der normale Fußball-Fan.

IBM in der Kategorie "Interaktion" vorne

Einzig und allein IBM Deutschland schafft es, die Kunden bzw. Fans aktiv miteinzubinden. Durch geschickte Posts gelingt es der IBM, dass die Menschen nicht nur auf den Like-Button klicken, sondern sich auch mit den Inhalten auseinandersetzen. Das sorgt für die höchste Note im Punkt “Interaktion”.

Auch in Puncto Design lassen sich nur wenige positive Beispiele finden. Dabei lässt sich gerade hier mit geringen finanziellen Mitteln ein großer Impact erzielen. Besonders gelungen ist die graphische Aufbereitung bei HP. Hier wurde besonderer Wert auf die Einheitlichkeit der Seiten und die Einbindung von Bildern gelegt. Lobenswert ist außerdem die gute Navigationsmöglichkeit.

Bei den veröffentlichten Inhalten ist zudem die GFT ein äußerst löbliches Beispiel. Und obwohl sie nach unseren Kriterien nicht die volle Punktzahl erreichen konnte, sieht man doch deutlich, dass den Lesern eine abwechslungsreiche Mischung aus verschieden Inhalten geboten wird. So handelt es sich nicht ausschließlich um einen PR-Kanal, sondern das Angebot wird durch Infos aus dem Team und interessante Artikel gut ergänzt.

T-Systems überzeugt mit Konstanz bei den Publikationen

Bei der Publikationsrate ist eine Bewertung nach gut und schlecht nicht so trivial. Es gibt einige Inhalte, die nur einmal pro Woche veröffentlicht werden, die dann aber bereits von vielen Lesern erwartet wird. Es kommt hier also nicht nur auf die Häufigkeit an, sondern vielmehr auf Qualität und Konstanz der Beiträge und deren Veröffentlichung. Die Leser gewöhnen sich ohnehin sehr schnell an einen bestimmten Veröffentlichungsrythmus. In beiden Disziplinen ist dies besonders gut bei der T-Systems gelungen, hier werden zuverlässig mehrmals täglich Nachrichten mit relevanten und interessanten Inhalten veröffentlicht.

Generell ist zu beobachten, dass sich einige wenige Anbieter deutlich hervortun. Mit IBM, T-Systems und HP sind das vor allem die größeren IT-Dienstleister. Dabei würden gerade bei kleineren häufig schon geringe Mittel und ein wenig Commitment eine große Wirkung erzielen können.

Ehrlich gesagt war ich überrascht über so viel Passivität der IT-Dienstleister. Wie geht es Euch dabei? Denkt Ihr nicht auch, dass es im Business-to-Business Bereich eine gewisse Relevanz hat, in den sozialen Medien vertreten zu sein? Schreibt uns Eure Meinung.

Anmerkung: Wir unterscheiden im Ranking grundsätzlich zwischen Dienstleistern, die deutschsprachige Seiten anbieten ("Deutsche Facebook-Pages") und solchen, die nur zwar in Deutschland tätig sind, aber nur eine englischsprachige Seite aufweisen ("Internationale Deutsche Facebook-Pages").

Christian Retz

Über den Autor

Managing Partner
Der Diplom-Betriebswirt und B.A. International Business Christian Retz legte seine akademischen Grundsteine an der Leeds Metropolitan University und der HNU. In verschiedenen Stationen bei Unternehmen wie Daimler, IBM und T-Systems eignete er sich seine Expertise in den Bereichen strategisches Dienstleitungs-Marketing, Collaboration und IT-gestütztes Innovationsmanagement an. Nach seiner Tätigkeit als eigenständiger Marketingberater verantwortet er seit 2009 bei der divia GmbH als Managing Partner den Geschäftsbereich Digital Business und ist Head of Marketing & IT. Seit 2012 ist er Keynote Speaker und Seminarleiter.